Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert

Und heute:

A-Team: ein plan funktioniert

Eine Datenbank mit Waldbranddaten für die / aus der Mongolei auswerten.

Das Problem:
Wieviel Wald brennt in der Mongolei so circa jedes Jahr??? Augenscheinlich brennen in der Mongolei jedes Jahr die Wälder. Das ist aus mehreren Standpunkten zu bewerten. Der, der mich interessiert: Wieviel Treibhausgas wird daraus emittiert. O_o

Eigentlich ganz einfach: wenn ich weiß wieviel Holz auf einer bestimmten Fläche steht und ich die Fläche kenne, multipliziere ich beide Daten, wende noch Umwandlungsfaktoren von „Holz“ in CO2 an und habe mein Ergebnis*

Dazu brauche ich Daten!

  • Wie viel Holz steht da?
  • Wie viel Fläche brennt denn eigentlich?

Dank der hilfreichen Kollegen in der Mongolei kann ich annehmen das ca. 112 m³ Holz auf dem Hektar mongolischen Wirtschaftswaldes stehen!

Aber wieviel Fläche hat gebrannt? Die nationale Waldstrategie sagt für das Jahr 2015 1196,8 kha bei einer Gesamtfläche Wald von ca. 18592,4 kha. Das heißt also ungefähr 6,44 %. Ich kann aber keine Angabe finden, ob das eine jährliche oder kummulierte Fläche ist. Und wenn sie kummuliert wäre, für wieviele Jahre kummuliert… (Im Vergleich: Deutschland hat ca. 11400 kha Wald und eine Waldbrandfläche 2015: 0,526 kha und kummuliert über den Treibhausgasberichtszeitraum des Kyoto Protokolls (1990-2015): 19,905 kha! – Quelle: CRF Tabellen deutsche THG Submission und eigene Berechnungen)

Jetzt habe ich mir dafür mal eine Internetanwendung gesucht, die mir da eventuell weiterhelfen kann, weil niemand der aktuell angesprochenen Kollegen mir eine Auskunft „offiziell bestätigt“ geben kann/will!

Augenscheinlich ist das aber keine neue Fragestellung und es gibt eine Menge Visualisierungen der Brände über zumindest einen kurzen Zeitraum oder länger (-> globalforestwatch Fire, -> UNDP fire data base, etc.). Tabellen-technisch (Flächen pro Jahr kommt in einer Tabelle daher) sieht es aber eher mau aus (Tipps gerne an mich). Ein NASA Tool (-> Satellitensensorauswertung zur Feuerdetektion = ULTRASPANNEND) kann mir vielleicht weiterhelfen. Unter dieser URL findet man eine vorausgefüllte Suche, die mir Datensätze im HDF5 Datenformat bringt. Der Wikipedia sei dank weiß ich auch, was das HDF5 Format so dolle macht und dass ich es mit meinen neu erworbenen R Fähigkeiten nutzenbar machen kann:

library(rhdf5)
??h5read
mydata01 <- h5read("Downloads/GFED4.1s_1997.hdf5", "/emissions/01/C") str(mydata01) h5close()

Soweit also:

r_out

Soweit bin ich schon mal gekommen, jetzt versuche ich noch herauszufinden, ob mir die Daten so überhaupt etwas bringen, oder ob ich sie mir nicht sowieso erst mal in nem GIS zurecht schneiden muss (--> Da, denkt ihr euch natürlich, hätte er ja vorher drauf kommen können!).

Weil ich daran aber schon den ganzen Tag gearbeitet und gelesen habe, widme ich mich jetzt mal wieder meinen eigentlichen Aufgaben!

Da ich aber ein positiver Mensch bin, denke ich, dass das genau das ist was ich brauche! Hurra also und bis bald.
"Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!"

VG FOE

LINK LISTE:

  • http://www.falw.vu/~gwerf/GFED/GFED4/ancill/code/get_GFED4s_CO_emissions.py
  • http://www.falw.vu/~gwerf/GFED/GFED4/tables/GFED4.1s_CO.txt
  • http://reverb.echo.nasa.gov/reverb/granules?utf8=%E2%9C%93&new_view=true&spatial_map=satellite&spatial_type=rectangle&spatial=38.891%2C+123.662%2C+52.376%2C+83.540&keywords=Fire&temporal_start=1990-01-01+00%3A00%3A00&temporal_end=2015-12-31+23%3A59%3A59&datasets=C1000000601-ORNL_DAAC
  • http://modis-fire.umd.edu/pages/BurnedArea.php?target=Download
  • https://en.wikipedia.org/wiki/Hierarchical_Data_Format
  • https://www.r-bloggers.com/modis-r-package-tutorial/
  • http://www.globalfiredata.org/data.html
  • http://stackoverflow.com/questions/15974643/how-to-deal-with-hdf5-files-in-r
  • http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jgrg.20042/abstract

*natürlich ist das nicht so einfach und es gibt noch andere Treibhausgase als CO2, der Einfachkeit halber nehme ich das nun aber mal an.

ÖWI – Präsentation

Die ÖWI (Österreichische Waldinventur) stellt sich selbst so vor:

Seit über 40 Jahren liefert die Österreichische Waldinventur grundlegende Daten über den
österreichischen Wald, seinen Zustand und seine ökonomische Leistungsfähigkeit. Sie ist damit eine der wichtigsten Grundlagen für forst- und umweltpolitische Überlegungen und Entscheidungen geworden, um die notwendigen Weichenstellungen herbei zu führen und die erforderlichen Erfolgskontrollen sicher zu stellen.

(quelle: http://bfw.ac.at/rz/bfwcms.web?dok=4303)

Das wurde auch vor 10 Tagen deutlich. Am vergangenen Mittwoch, den 19.01. 2011, durfte ich im Rahmen meiner Arbeit  – und zugegebenmaßen auch ein bissl aus persönlichem Interesse – beim ersten Termin der Präsentation der Ergebnisse der Waldinventur aus der aktuellen Periode (2007-2009) in Krieglach anwesend sein. Dem Vortragenden war es besonders wichtig darauf hinzuweisen, das Dank der 40 jährigen Geschichte der Inventur besonders lange Zeitreihen zum Vergleich zur Verfügung stehen. Dabei ist, wenn man sich in dem mitteleuropäischen Wäldern einigermaßen auskennt (*räusperräusper*) nicht wirklich spektakulär Neues herausgekommen: Mehr Waldfläche, mehr Vorrat, mehr Nutzung, etc.

Ganz spannend sind für mich natürlich die Karten. Aber die Daten sind auch in anderer Form, beispielsweise in tabellarischer, über die eingängliche Adresse waldinventur.at zugänglich. Interessant für mich – als zugereisten Steirer – ist natürlich die Steiermark, das grüne Herz Österreichs:

Aber nun zu den Zahlen: Der Holzvorrat ist in der STMK in den letzten vier ÖWI-Perioden von knapp 260 Mio Vfm auf über 300 Mio Vfm gestiegen. Dabei am meisten in den Wuchsklassen Baumholz2 und Starkholz. Der Zuwachs ist seit drei Perioden mehr oder minder konstant: Immer um die 9 Vfm/ha. Das entspricht in der letzten Periode auch der Nutzung (ca. 8,5 Vfm/ha). In den ÖWI-Perioden ’86-’96 und ’92-’02 hingegen lag die Nutzung noch bei nur knapp über 6 Vfm/ha. Von der Nutzung fällt der größte einzelne Block auf die „flächige Entnahme > 0,05 ha“ also die schlagweise Nutzung. Das größte Durchforstunsgpotential haben nach wie vor die Kleinwaldbetriebe.

Das habe ich mit genommen von dem Termin.

LG FOE

Abkürzungen für nicht Förster:

ÖWI – Österreichische Waldinventur, stellt in Perioden (Dauer einer Aufnahme aller Stichprobenpunkte) seit 40 Jahren die Leistung des österreichischen Waldes an Hand eines permanent vermarkten Stichprobennetzes dar.

Vfm – Vorratsfestmeter, Holz mit Rinde eines Bestandes, Baumes oder Waldes. Gemeßen wird aber nur das Derbholz (ohne Krone und Wurzel). Ergänzend dazu noch der Erntefestmeter (Efm), der wiederum die Vfm minus ca. 20% für Ernte- und Rindenverluste ausmacht (laut Wikipedia: Festmeter).

ha – Abkürzung für Hektar (100 * 100 Meter = 10 000 m²), gängige Bezugsgröße in der Forstwirtschaft.

BFW – Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft

Das Copyright für die Bilder hat das BFW

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